Fünf Fragen an toscom-Gründer Philipp Kobel

Anlässlich des Neustarts der toscom-Homepage haben wir Philipp Kobel, den Gründer des Unternehmens gefragt, wie er eigentlich zu Linux und zur IT gekommen ist, was ihm an seiner Firma und seinen Mitarbeitern wichtig ist und wie es eigentlich so ist, immer und ständig für alles verantwortlich zu sein.  

Wie bist du zu Linux und Webservern gekommen?

Meine ersten Erfahrungen mit Linux hatte ich schon in meiner Studentenzeit in einer WG: Wir hatten ein Modem mit damals herausragenden 56,6 kB/s Übertragungsgeschwindigkeit. Wir brauchten aber eine Möglichkeit, dass alle drei Bewohner auf die Internetverbindung zugreifen konnten – und die Lösung war ein PC mit Linux. Zusammen mit einem WG-Kollegen habe ich diesen Server dann aufgesetzt und betrieben.

Bald darauf wurde ich während meines Studiums am Institut für Theoretische Chemie als Teilzeit-Sysadmin eingestellt und habe dort das Grundzeug von Systemadministration und Usersupport gelernt. Etwas später hat ein Studienkollege eine Firma gegründet, die Internetzugänge via WLAN hergestellt hat, die relativ schnell Probleme mit ihren Linux-Servern hatte. So bin ich dann dort ins Spiel gekommen, zuerst nebenbei, dann als erster Mitarbeiter. Und schließlich habe ich meinen Job an der Uni gekündigt und bin als IT-Leiter zu „eWave“ gegangen.

Ein Jahr nach der Übernahme der Firma durch einen Mobilfunkbetreiber bin ich dann in die Selbständigkeit gewechselt. Begonnen haben wir mit dem Motto „Wir machen alles rund um Linux“. Aber auch in dieser bereits recht hohen Spezialisierung ist die Bandbreite an benötigtem Wissen noch sehr hoch. Wir haben mehr und mehr festgestellt, dass der hochstilisierte Kampf „Linux gegen Microsoft“ oft nicht zu gewinnen war. Und so haben wir nach einigen Jahren den Fokus auf Webserver gelegt – wo Linux beziehungsweise Open-Source-Projekte die große Mehrheit der verwendeten Systeme darstellt.

Welche Werte sind dir für toscom am wichtigsten, wie soll sich deine Firma von anderen Anbietern auf dem Markt unterscheiden?

Am wichtigsten ist mir unsere hohe technische Kompetenz. Und wir helfen unseren Kunden, bei uns ist man nicht nur eine Nummer. Auch die Unabhängigkeit ist einer unserer USPs: Wir können Kunden vom einfachen Webserver bis hin zum international hochverfügbaren Webshop begleiten.

Wieso ist toscom komplett remote? Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten ja ohne festen Arbeitsplatz, von zu Hause oder unterwegs.

In unserem Job ist es schlicht und ergreifend nicht nötig, zum Kunden zu fahren.

Ein wichtiges Kriterium war auch, dass es uns diese Strategie ermöglicht, die besten Mitarbeiter zu gewinnen – denn denen ist Lebensqualität meist sehr wichtig. Die Stunden im Auto oder der U-Bahn verbringen unsere Mitarbeiter lieber mit Familie oder Freizeit.

Ist es nicht anstrengend, rund um die Uhr erreichbar und verantwortlich zu sein? Wie lässt sich das mit der Familie vereinbaren?

Die technischen Aufgaben werden im Team aufgeteilt, daher ist es nicht so wild, weil man ja nicht immer verantwortlich ist. Als Geschäftsführer bin zwar irgendwie schon immer „on duty“ aber es macht mir auch großen Spaß, unseren Kunden zu helfen.

Worauf kommt es bei guten Mitarbeitern an?

Mit einem Wort: Motivation. Alle fachlichen Fähigkeiten kann man erlernen.
Es zeigt sich aber auch, dass wir als 100 % remote company nicht für jeden Bewerber der geeignete Arbeitgeber sind.