In vielen Firmen gibt es diese eine Person. Sie kennt jeden Server, jedes gewachsene Detail und weiß auch noch, warum vor sechs Jahren dieser eine Cronjob eingerichtet wurde. Meistens ist das ein Glücksfall.
Der Haken ist ein bisschen wie bei Schrödingers Katze. Ob dieser eine Mensch gerade verfügbar ist oder nicht, wissen Sie erst in dem Moment, in dem Sie ihn brauchen. Vorher ist er beides zugleich.
Sie haben einen Ansprechpartner statt einer Hotline, kurze Wege ohne Ticketsystem und jemanden, der Ihre Umgebung nicht erst nachlesen muss. Entscheidungen fallen in Minuten statt in Abstimmungsrunden. Wenn etwas dringend ist, muss niemand erst intern nachfragen.
Als ich mich selbstständig gemacht habe, war ich genau das. Urlaub heißt dann Laptop mitnehmen, krank sein heißt trotzdem ans Telefon gehen. Fällt beim Kunden etwas aus, arbeiten Sie sich allein durch das Problem, weil es niemanden gibt, den Sie Ihrerseits anrufen könnten.
Was jetzt kommt, ist deshalb keine Abrechnung. Ich kenne beide Seiten und weiß, wie viel Einsatz in so einem Ein-Mann-Betrieb steckt.
Die erste Grenze ist keine Frage der Kompetenz, sondern der Physik. Niemand kann gleichzeitig auf Urlaub sein und ein abgelaufenes Zertifikat erneuern. Krankheit, ein zweiter Kunde mit einem größeren Problem, oder schlicht die Nacht: Da gibt es keinen Kollegen, der übernimmt. Ausfälle haben bekanntlich einen sehr eigenwilligen Kalender.
Ein Server ist heute selten nur ein Server. Da hängen Datenbank, Mailsystem, Loadbalancer, Firewall und vielleicht Container dran. Für jedes dieser Themen gibt es Leute, die damit ihr halbes Berufsleben zugebracht haben. Wer alleine arbeitet, muss überall solide sein. Das gelingt erstaunlich oft, kostet aber Abende, während man im Team kurz den Kollegen fragt, der seit zehn Jahren nichts anderes als Datenbanken macht.
Kaum eine Woche vergeht ohne Schwachstelle, die man zumindest anschauen muss, dazu Angriffe über Zulieferer und Werkzeuge, die gestern noch als unbedenklich galten. Wer mithalten will, muss ständig lesen, sonst erfährt man von einer Lücke erst, wenn sie bereits ausgenutzt wurde.
Das Zeitfenster ist dabei klein, zwischen Veröffentlichung und den ersten Angriffen liegen manchmal nur Stunden. Dann zählt, wie viele gleichzeitig anpacken können.
Dann gibt es noch die Fälle, über die niemand gern spricht. Es kommt leider immer wieder vor, dass ein IT-Betreuer von einem Tag auf den anderen nicht mehr erreichbar ist. Krankheit, ein Unfall, das stille Ende eines Gewerbes, und manchmal meldet sich einfach niemand mehr.
Das ist dann der Moment, in dem sich die Kiste öffnet. Böser Wille ist fast nie im Spiel, für Sie ändert das nur leider nichts. Niemand hat die Zugangsdaten, niemand weiß, wo die Backups liegen. Auffallen wird es genau dann, wenn Sie Hilfe bräuchten.
Deshalb ein Rat, der unabhängig von der Größe gilt: Sorgen Sie dafür, dass Zugangsdaten, Dokumentation und Backup-Standorte auch außerhalb eines einzelnen Kopfes existieren. Das ist keine Misstrauensfrage, denn ein guter Betreuer wird der Erste sein, der Ihnen zustimmt.
Die eigentliche Frage ist nicht Einzelperson oder Firma, sondern: Wie viele Menschen kennen Ihre Systeme gut genug, um im Ernstfall zu übernehmen? Steht dort eine Eins, wird's irgendwann eng, ganz egal, welcher Name auf dem Briefkopf steht.
Wir sind selbst kein Konzern. Bei uns trägt nur eben nicht eine Person das ganze Wissen, vor riskanten Schritten schaut jemand mit, und es hebt auch dann jemand ab, wenn ein anderer gerade am Meer sitzt.
Seit 2003 machen wir nicht nur Webentwicklern das Leben leichter. Als leidenschaftliche Techniker lieben wir gute Lösungen und als 100% remote Company effiziente Abläufe und Kommunikation.
Lernen Sie uns, unsere Partner und unsere Kunden kennen.