Veröffentlicht: 03.11.2026 in Artikel

Heuer fällt der Black Friday auf den 27. November, am darauffolgenden Montag geht’s dann mit dem Cyber Monday weiter. Für viele Onlineshops sind das die umsatzstärksten Tage des Jahres, wobei sich jedes Jahr dasselbe Bild zeigt: Wer sich seinen Server erst anschaut, wenn die Seite langsam wird, ist eigentlich schon zu spät dran. Meiner Empfehlung nach wäre also jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu fragen: „Ist die Kapazität hoch genug?“

Was Kapazitätsplanung konkret heißt

Kapazitätsplanung klingt nach einem großen Projekt, im Kern geht es aber um eine einfache Frage, nämlich um wie viel mehr Ihr Shop an diesen Tagen aushalten muss als an „normalen“ Tagen. Wie waren die Zahlen im Vorjahr und planen Sie heuer besonders verlockende Aktionen? Mit diesen beiden Antworten haben Sie schon einen groben Überblick über den zu erwartenden Ansturm, womit sich nur noch die Frage stellt, ob Ihr Server unter dieser Last in die Knie geht oder nicht. Im Gegensatz zu Aktionen, die über einen längeren Zeitraum laufen, konzentriert sich die Last hier nämlich auf wenige Stunden, was im Umkehrschluss natürlich auch heißt: Wer zu spät handelt, verliert womöglich einen Teil des Geschäfts an diesem so umsatzstarken Tag.

Entscheidend ist nicht der Durchschnitt, sondern die eine Stunde mit der höchsten Last, weshalb wir immer mit einem großzügigen Puffer über der bisherigen Höchstlast planen würden. Der Engpass liegt dabei oft gar nicht beim Prozessor, sondern bei der Datenbank, bei zu wenigen PHP Prozessen oder bei einer Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem, die bei hunderten gleichzeitigen Bestellungen plötzlich nicht mehr nachkommt.

Testen statt Prinzip Hoffnung

Folgende Schritte empfehlen wir:

  • Lasttest jetzt machen, solange noch Zeit für Anpassungen bleibt
  • Nicht nur die Startseite testen, sondern den ganzen Weg durch den Shop simulieren, von der Suche über den Warenkorb bis zum Bezahlen, weil genau dort die Datenbank am meisten zu tun hat
  • Größere Updates, neue Plugins und Umbauten am Checkout in den Wochen davor erledigen
  • Die letzten Tage vor dem Black Friday ruhig halten, damit nichts Ungetestetes live geht, Sicherheitsupdates natürlich ausgenommen

Nicht jeder Kunde ist ein Mensch

Was bei der Planung gern übersehen wird, ist die Tatsache, dass längst nicht jeder Besucher am Black Friday ein Mensch ist. Laut dem aktuellen Bad Bot Report von Thales stammten 2025 bereits 53 Prozent des gemessenen Webverkehrs von automatisierten Programmen, 40 Prozent des gesamten Verkehrs gingen dabei auf das Konto schädlicher Bots.

An Tagen mit hohen Umsätzen sind diese Bots besonders aktiv, was für die Kapazitätsplanung doppelten Ärger bedeutet, denn die Bots verbrauchen Rechenleistung, die eigentlich für echte Kunden gedacht war, während sich solche Angriffe im allgemeinen Ansturm besonders gut verstecken.

Eine Web Application Firewall mit Boterkennung, Begrenzungen für Loginversuche und ein Monitoring, das ungewöhnliche Muster im Checkout rasch auffallen lässt, gehören deshalb genauso zur Vorbereitung wie zusätzliche Ressourcen.

Unsere Empfehlung

Nutzen Sie die Zeit bis dahin, denn ein Lasttest und eine Absicherung gegen Bots erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen entspannten Black Friday enorm. Klären Sie außerdem im Vorfeld, wer den Server im Blick hat und im Fall der Fälle rasch eingreifen kann.

Thales (Imperva), Bad Bot Report 2026 (April 2026)

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